30-Zone in Baruth – auch sie wird kommen

Nachdem jetzt feststeht, dass unsere Stadt nun doch einen Lärmaktionsplan erstellen muss, gehen wir fest davon aus, dass die betroffene Bevölkerung, die durch den außer Kontrolle geratenen Schwerlastverkehr in Mitleidenschaft gezogen wird, auf baldige Entlastung hoffen darf.

Das Peinliche an dem Lärmaktionsplan ist u.a. eine mindestens sechs Wochen bis drei Monate dauernde Verkehrsmessung durch ein unabhängiges Ingenieurbüro. Alle bisherigen Messungen waren kürzer und fanden pikanterweise entweder während Verkehrsbehinderungen wie bspw. Baustellen oder sogar – wie in der Rudolf-Breitscheid-Straße – teilweise während einer Vollsperrung für LKW statt.

Wenn die wahren LKW-Durchfahrtszahlen auf dem Tisch liegen, ist die 30-Zone wegen des unerträglichen Lärms genauso unausweichlich wie der Lärmaktionsplan es bereits seit Jahren war. Das weiß auch jeder seit langem, aber dann zählen Ausflüchte verschiedener Ämter und Behörden eben nicht mehr. Und auch die Stadt müsste endlich alles in ihrer Macht Stehende tun und dürfte es nicht mehr bei halbherzigen Lippenbekenntnissen in Rücksicht auf das Industriegebiete belassen.

Weiterhin gehen wir davon aus, dass die Verkehrsbehörde und der Landesbetrieb in den von mittlerweile vier Haushalten gegen sie angestrengten Klagen ihre Felle davonschwimmen sehen.  In unseren Augen sind die bisher erlassenen Bescheide schlichtweg haarsträubend.

Den Hauptausschlag für die bald zu erhoffende Erweiterung der 30-Zone dürfte allerdings wohl eher das in Arbeit befindliche Vorgehen der Liste Lebenswertes Baruth gegen den neuen Bebauungsplan im Industriegebiet geben. Trotz einer erneuten Erweiterung und Produktionsausweitung wurde auf den zusätzlich enstehenden Schwerlast-Verkehr durch die Stadt praktisch nicht eingegangen. Einer von vielen Punkten, der laut unseren Experten nicht nur skandalös, sondern schlichtweg rechtswidrig sei. Wir vermuten daher, dass man versuchen könnte, unserer Klage durch eine 30-Zone teilweise den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Falls Obiges tatsächlich eintrifft, wäre u.E. natürlich davon auszugehen, dass die Stadt Baruth – die noch vor wenigen Wochen in der Stadtverordnetenversammlung geschlossen die Blitz-Tischvorlage annahm, in der stand, dass der Schwerlastverkehr gering sei (aufgrund einer ACHT Jahre alten Prognose von 2007) – die Erweiterung der 30-Zone, für die wir seit Jahren politisch und juristisch kämpfen, sich selbst auf die Fahnen schreiben wird. Das wäre natürlich ein Witz, aber so läuft das politische Alltagsgeschäft nunmal.

Uns geht allerdings es um die Sache, nicht um die Lorbeeren.

Letztlich würden wir uns so oder so darüber freuen, dass das Leben in der Stadt endlich ruhiger werden könnte. Hoffen wir, dass die die von uns erwartete Erweiterung der 30-Zone dann tatsächlich durch entsprechende behördliche Maßnahmen auch eingehalten wird.

Wenn das nicht der Fall sein wird, können Sie auf die Liste Lebenswertes Baruth zählen.

Wir werden dafür sorgen.