Der Papst kommt nach Baruth

Hat die SVV von Baruth beschlossen. Und außerdem noch, dass ab sofort der Winter gestrichen wird und nur noch Sommer ist.

Hier lachen Sie, das glauben Sie nicht?

Da tun Sie gut tun daran. Wir auch nicht. Würde uns aber auch nicht weiter wundern. Angesichts eines unsinnigen Verkehrsbeschlusses, den die Stadtverordnetenversammlung von Baruth jetzt beschlossen hat,

Während die Stadtverwaltung zumindest in Person des Bürgermeisters langsam zu verstehen scheint, dass das jahrelange Leugnen und Aussitzen von Problemen irgendwann zum Problem wird, scheint die SVV sich zum Ziel gesetzt zu haben, sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Konkret: Einen weiteren Ausbau des Industriegebiets bei der bisherigen Infrastrukturlage wird es nicht geben. Noch mehr Schwerlastverkehr durch die Stadt wird kein Gericht der Welt absegnen, auch nicht in Brandenburg. Die Lärmgrenzwerte sind jetzt schon überschritten. Da können auch die zuständigen Behörden sich drehen und wenden, wie sie wollen. Mit Tricks werden sie nicht mehr weiterkommen – nicht bei uns.

Während also mehrere Hundert Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, deren Erhaltung bzw. Schaffung uns ebenso am Herzen liegt wie allen anderen: Was machen die SVV Baruth und die Kreisverwaltung TF – allem Anschein nach Hand in Hand? Augen zu und leugnen. So wie vorher. Nix dazugelernt.

Sie haben aber vergessen, dass sie einen Gerichtsprozess mit Pauken und Trompeten verloren haben. Auch wenn es ein Vergleich war – auf den wir uns aus Kulanz eingelassen haben, um dem Landkreis Zeit zu lassen, nach Lösungen zu suchen. Wie die einzig mögliche Lösung aussieht, hatte die Richterschaft schon im Prozess gesagt – aber auch hier scheint man wenig einsichtsfähig zu sein.

Das Jahr, das zum Beschluss weiterer verkehrsberuhigender Maßnahmen bzw. Lösungen gedacht war, hat man verstreichen lassen und mit lächerlichen Sabotageversuchen verschwendet. Hier hat sich ein Baruther Politiker besonders hervorgetan, bei dem der Testosteronspiegel höher als die Einsichtsfähigkeit und Hirnkapazität zu sein scheint.

Wenn man jahrelang gewohnt ist, zu tun und zu lassen, was man möchte und sich einen Kehricht um die Rechtslage schert, dann fällt es natürlich schwer, eine rauschende Niederlage einzugestehen.

Was macht man stattdessen: Allem Anschein nach küngelt man mit dem Landkreis. Diesmal ist der Schuss allerdings schon wieder nach hinten losgegangen, denn diesmal hat man’s zu weit getrieben. Gut möglich, dass es noch lustig wird diesbezüglich, aber dazu an anderer Stelle später mehr.

Offenbar, um ihr Gesicht zu wahren, hat die Baruther SVV jetzt einen Beschluss zur Verkehrslage in Baruth getroffen. Das ist so, wie wenn sie beschließt, der Papst möge in Baruth beerdigt werden. Baruth hat hier gar nix zu melden. Das ist Sache des Landkreises. Bzw. in TF der Gerichte mittlerweile.

Außerdem gab es schon einen Beschluss dazu von vor drei Jahren. Da hat die Baruther SVV beschlossen, man möge den Landkreis um eine 30-Zone bitten. Die Stadtverwaltung hat damals den Beschluss der SVV und der dahinterstehenden Petition eigenmächtig abgewandelt und nur um die Einführung einer 30-Zone für LKW gebeten. Wahrscheinlich dachte die Stadtverwaltung, das bekomme keiner mit. Soviel zur Gewaltenteilung in Baruth.

Letzte Woche gings in der SVV zu wie auf dem Kuhmarkt. Herr Ilk, dem die Schwierigkeit der Verkehrssituation im Hinblick auf weitere Investionen in Baruth langsam klar zu werden scheint, hat die Abgeordneten nochmals darauf hingewiesen, dass man hier nicht zuständig sei. Auf jeden Fall, solange es einen rechtsgültigen Vergleich gebe. Die Stadtverwaltung habe daher auch einen Antrag diesbezüglich zurückgezogen (das hatte andere Gründe, aber über die wollte man nicht sprechen) und forderte nun – wie Du mir, so ich Dir – den Abgeordneten Kannegießer auf, seinen Antrag ebenfalls zurückzuziehen. Zur Gesichtswahrung. Der wiederum ließ sich das nicht bieten.

Nun drohte der Plan eines Baruther Frühstücks-Politikers, die 30-Zone mit altbekannten Blockflöten-Methoden des verdeckten Vorgehens und rechtswidrigen Mitteln lahmzulegen, endgültig zu scheitern. Nun sprang schnell die Linke bei und empfahl einen Kompromiss-Beschluss, der – mit Verlaub – an Komik nicht zu toppen ist.

Den hat man dann auch angenommen. Vermutlich wusste am Schluss keiner mehr, worum es eigentlich ging. Aber egal.