Hintergrundinfo zur Fehlplanung der B-96 und B-115 in Baruth

Falls Sie zu den Leuten zählen, die sich wundern, warum ihre Häuser seit der Erneuerung der B-96 und dem Anstieg des Schwerlastverkehrs mit immer stärker werdenden Rissen bis hin zu Baufälligkeit zu kämpfen haben – das Folgende könnte Sie interessieren.

Noch interessanter wird es, wenn man immer wieder zu hören bekommt, dass die Fundament- und Wandrisse nichts, aber auch gar nichts mit dem teilweise unerträglichen Schwerlastverkehr zu tun haben, sondern ausschließlich auf schlechte Gründung der Häuser, das Urstromtal und evtl. noch Meliorationen zurückzuführen seien.

Dabei könnte ein Blick in den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss durchaus für Überraschung sorgen, u.a. die Seite 8 und die Seite 43.

Sowohl die B96 (Hauptstr.) wie auch die B 115 (Rudolf-Breitscheid-Str.) wurden 2001 gemäß damals gültiger RAS-N als Straße mit Verbindungsfunktion C-III und (jedenfalls die B 96:) einem maximalen täglichen Durchschnittsverkehr an Wochentagen mit 4.400 KfZ (darunter max. 500 LKW) geplant.

Was heißt das?

Ganz einfach: Die B96 und die B115 wurden lediglich als zwischengemeindliche Verbindungsstraße geplant – ganz klar nicht mit regionaler oder überregionaler oder gar noch weitergehender Verbindungsfunktion. Dann wäre die B96 nämlich als C-II oder C-I eingestuft worden – und diese Einstufung gilt im Straßenbau – da innerörtlich – als problematisch bzw. SEHR PROBLEMATISCH.

Wer das nachlesen möchte, kann das hier tun.

Das hat – in anderer Form – auch Bürgermeister Peter Ilk ähnlich bestätigt, als er in einem Interview mit der MAZ vom 23.8.2015 zurecht feststellte, niemand in den 90er Jahren habe ahnen können, wie dynamisch sich das Industriegebiet entwickeln würde.

Das stimmt allerdings. Dass wir Europas größtes Sägewerk und eines der größten Laminatwerke Europas in 1 km Luftlinie haben, konnte damals niemand ahnen. Und auch nicht, dass die B115 und B96 einen Großteil des Lieferverkehrs stemmen sollen.

Bei der letzten Zählung wurden am Kreisverkehr Einfahrt/Ausfahrt Hauptstraße (B96) sage und schreibe 6.500 KfZ mit einem LKW-Anteil von knapp über 900 gemessen.

Was heißt das?

Zunächst sind Aussagen von gewisser Stelle, dass man sich nicht so anstellen solle wegen Lärm und Erschütterungen, da man eben an einer Bundesstraße mit regionaler bzw. überregionaler Bedeutung wohne, schlichtweg und nachweislich falsch.

Weiterhin heißt das, dass der tägliche Durchgangsverkehr insgesamt fast 70% über den geplanten Werten liegt und dass der LKW-Verkehr mehr als 80% über den geplanten Werten liegt. Und das bei einer Straßenbreite von teilweise nur 5,5 Metern und Häusern, die im Urstromtal gelegen sind. Kein Wunder – die Straße ist als C-III konstruiert.

Sie halten das nicht für möglich?

Schreiben Sie uns an – wir senden Ihnen den Original-Planfeststellungsbeschluss in elektronischer Form. Die letzten Zählungen in der Stadt können Sie zur Zeit im Bürgeramt einsehen. Die Zählplatten waren übrigens in die Verengungen eingelassen – wo man langsamer fahren muss.

Fortsetzung folgt!