Lärmaktionsplan die Dritte – jetzt kommt er doch

Erinnern Sie sich noch an das Thema Lärmaktionsplan?

Der Lärmaktionsplan ist bereits seit zwei Jahren einer unserer politischen Forderungen. Nicht nur, weil er inhaltlich überfällig ist, sondern auch, weil unseres Erachtens bereits seit Jahren eine Rechtspflicht der Stadt bestand bzw. absehbar war.

Seitens der Stadtverwaltung lehnte man das rundum ab. Vollkommen unabhängig davon, ob eine Rechtspflicht zu einem bestimmten Zeitpunkt bestand oder nicht, ist das angesichts des Engagements von gewöhnlichen Kommunen für den Schutz ihrer Bevölkerung mehr als überraschend für eine Stadt, die direkt an zwei dicht befahrenen Bundesstraßen und einer Hauptzugtrasse liegt und durch die täglich Tausende von Schwerlast-LKW rauschen.

Bürgermeister Ilk und der damalige Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Gräser ließen es sich in Reaktion auf einen privat finanzierten Flyer unserer Liste nicht nehmen, im Stadtblatt Stellung zu beziehen und einige ziemlich unfreundliche Worte in Richtung der Liste Lebenswertes Baruth zu senden.

Das änderte aber natürlich nichts daran, dass der Lärmaktionsplan trotzdem durchgeführt werden musste. Da wir das wussten und Schaden vom Baruther Steuerzahler abwenden wollten, reichten wir letztes Jahr eine diesbezügliche Petition in der Stadtverordnetenversammlung ein. Endlich sollte etwas unternommen werden gegen den zunehmenden Verkehrslärm! Versehen mit dem Hinweis darauf, dass dieses Jahr noch Fördergelder für die Erstellung eines Lärmaktionsplans vergeben werden können, wenn man dies schnell umsetzt… Diesmal sollten die Stadtverordneten entscheiden. Doch auch von der SVV wurde die Erstellung eines Lärmaktionsplans für Baruth abgelehnt – einstimmig.

Und jetzt?

Jetzt kommt er doch, der Lärmaktionsplan, wie von uns bereits seit über zwei Jahren angekündigt. Denn diesmal kommt der Zwang „von oben“ – jetzt ist die Rechtspflicht nämlich offiziell. In einem Nebensatz während Stadtverordnetenversammlung informierte Bürgermeister Ilk die Abgeordneten darüber.

Man müsste eigentlich darüber lachen, wenn es nicht so ärgerlich wäre. Denn durch die Blockadepolitik von Stadt und Parlament sind zwei Jahre tatenlos vergangen. Es könnte schon ruhiger sein in Baruth, wenn man früher entschlossen gehandelt hätte. Vermutlich ist auch Geld verloren gegangen.

Hätte man das ohnehin Unvermeidbare vorher selbst beschlossen, hätte man ein Signal an die Bürgerschaft senden können, dass man es ernst meint mit dem Schutz der Bevölkerung und hätte nichts verloren – im Gegenteil.

So aber bleibt neben Kopfschütteln die Hoffnung, dass nun endlich ein Gang zugelegt wird bei der Planung und Umsetzung der Lärmbekämpfung.